Zusammen kochen, zusammen Essen und zusammen Trinken sind die feinen, kleinen Bindemittel unserer Beziehungen mit Familien und Freunden. Bei Tisch wird gelacht, gestritten, gesprochen und geschwiegen. Bei Tisch fallen die ganz großen „Wollen wir das machen?“-Entscheidungen genauso wie auch die kleinen „Du wirst das heute machen!“-Beschlüsse. Das Tischgespräch ist ebenso essenziell für unser Leben wie die Mahlzeiten, die dabei gegessen, genossen oder verschlungen werden und je länger die Tafel ist, desto mehr können sich daran wiederfinden.
Und genau so eine Tafel, an der das von ganzem Herzen gelebt wird, steht bei Micky in der cuisine m. 10 Meter massiver Tisch, Platz für mehr als 20 hungrige und gesprächige Mäuler – und wenn man gemütlich zusammenrückt, auch noch für viel mehr. Perfekt und versteckt gelegen zwischen Schlachthof und Kufa, mitten im Krefelder Bermuda–Dreieck, könnte man den unscheinbaren Flachbau, der die cuisine m. beherbergt, glatt übersehen. Keine schillernde Neonreklame, keine Brauereilogos, kein repräsentatives Entrée ziert die Fassade – nur das charakteristische „m.“-Logo zeigt dem Besucher, was sich hier dahinter versteckt.
Aber genauso ist das auch gedacht – wahre Klasse trägt den Pelz nach innen, denn hinter den stählernen Türen betritt man eine Welt, die man hier so ganz und gar nicht vermuten würde und schon eher in einer Anthony-Bourdain-Episode erwartet hätte. Der lange, schmale Raum wirkt, als sei er buchstäblich für die lange Tafel gebaut worden, die ihn zu großen Teilen ausfüllt. Am Kopf des langen Tisches steht der mächtige Gasherd und die Anrichte, von der der Chef die ganze Gesellschaft überblicken kann, während er seine kulinarischen Köstlichkeiten kreiert.
Das ist das Herz der cuisine m. – aber all das, was sich wie ein Nervensystem drum herum verzweigt, ist wie ein Organismus lebendig gewordener Erinnerungen: ein Schild weist den Weg à la Plage, eine überbordend prall gefüllte Bar lockt mit Spirituosen aus aller Herren Länder, überall sammeln sich Flatlays mit Messern, Messing und kleinen feinen Accessoires.
So findet das Auge unendlich viel, an dem es verweilen kann. Alles hier atmet den Geist des Gastgebers, alles hat zutiefst Soul. Das ist fantastisch und außerordentlich, aber das ist es nicht allein, was die cuisine m. so auszeichnet: Es ist die Art, wie herzliche Gastfreundschaft gelebt und von den Gästen erlebt wird. Hier wird nicht hochnäsig Gourmet gespielt, hier steht keine Arroganz auf der Karte. Zu Micky kommt man, weil man eingeladen wird.
Man kommt als Gast, man geht als Freund.
Natürlich ist auch die cuisine m. bei aller Liebe keine Charity-Veranstaltung und so muss auch hier Geld verdient werden – cuisine m. ist ein Supperclub, eine Soulkitchen, in der man in geschlossener Gesellschaft essengehen kann – und bei Gott in Frankreich, wie man hier essen kann. Michael „Micky“ Uhlemann und das m. der cuisine, hat sein Handwerk bei den renommiertesten Sterneköchen des Landes gelernt und bringt hier seine ureigenste Interpretation von gehobener Sternegastronomie auf den Tisch, mitten in Krefeld, wohlgemerkt, nicht in Soho, Brooklyn oder Bay Harbour.
Und wie bekommt man einen Platz am Tisch? Man trifft sich mit Micky und bespricht sein persönliches Dinner en detail. Als Gesellschaft mit 10 bis 22 Personen oder auch als Dinner for Two, wenn man seinen Partner so richtig beeindrucken möchte. Amuse-Bouche, Apéritif, die Vorspeisen, den Hauptgang, das Dessert und natürlich die Weine sucht man gemeinsam aus. Dabei richtet sich das Menü nach dem Geschmack der Gäste und alles ist verhandelbar – außer die Qualität der Zutaten und der Getränke. Hier kommt nur auf den Tisch, was eine lokale Historie und eine nachvollziehbare Herkunft hat. Massenware gibt’s nicht, da gibt es keine Kompromisse.
Genauso wenig, wie Micky am Service sparen würde, denn ein Rezept der grandiosen Dinnerabende ist, dass einfach alles vollkommen geräuschfrei läuft – die Servicecrew macht so unaufgeregt perfekt ihren Job, dass man eigentlich kaum wahrnimmt, warum das Glas immer voll bleibt und die leeren Teller wie von Geisterhand verschwinden. Service ist, wenn man überhaupt nicht mehr darüber nachdenkt. Das Gesamtensemble führt dann zu einem Abend, der zum einen kulinarisch auf höchstem Niveau ist und gleichzeitig so unverkrampft locker ist, als wäre man zuhause – nur besser, weil man weder kochen noch abräumen muss.
Wer Micky, die cuisine m. und eine nie geahnte Gastfreundschaft selbst erleben möchte, findet jetzt die Gelegenheit bei einem After Work Event. Maria und Hannsi Concept haben die „Work hard – play hard” After-Work-Barabendserie ins Leben gerufen und starten am 21.3.2026 um 19:00 Uhr. Und das Beste daran – hier kann man sich ganz einfach selbst einladen, aber Achtung, die Plätze sind limitiert:
hannsi-shop.com/workshops
See you in the Soulkitchen.
cuisine‑m.de
Fotos: © Simon Erath
Foto Suppenkellen: © Olaf Ebeling
Kultur in Krefeld e.V. Gefördert durch das Kulturbüro Krefeld
1 Kommentar
Stefan Sa. 11. Apr. 2026 21:19
Schöner Artikel. Ein guter Freund, der in der Welt viel gesehen und gegessen hat, sagte neulich, nachdem er zum Geburtstag seiner Frau dort diniert hat: „Das ist mit das Beste, was ich je kulinarisch erlebt habe!“ Mehr Lob braucht es nicht.