Ich bin Michael „Micky“ Uhlemann, Chef und Gastgeber der cuisine m. in Krefeld. Gelernt habe ich mein Handwerk in der klassischen Spitzengastronomie, bei einigen der renommiertesten Sterneköche Deutschlands. Das prägt einen – technisch, aber auch im Anspruch an Produkte, Herkunft und Qualität. Irgendwann wurde mir aber klar, dass ich keine klassische Restaurantkarriere wollte. Mich interessiert weniger die Bühne der Gastronomie als der Moment am Tisch.

Kochen ist für mich immer auch eine soziale Kulturtechnik gewesen. Wenn Menschen zusammen kochen, essen und trinken, passiert etwas, das man schwer planen kann: Gespräche entstehen, Menschen lernen sich kennen, Ideen entwickeln sich. Der Tisch ist einer der wenigen Orte, an denen das heute noch selbstverständlich passiert.

Die cuisine m. ist aus genau dieser Idee entstanden. Kein Restaurant im klassischen Sinn, sondern ein Supperclub. Ein Ort für lange Tafeln, an denen sich Menschen bewusst Zeit füreinander nehmen. In meinem Raum zwischen Schlachthof und Kulturfabrik steht ein zehn Meter langer Tisch, an dem zwanzig oder mehr Menschen zusammenkommen können. Dort wird gegessen, diskutiert, gelacht und nie gestritten. Genau so soll es sein.

Mir war wichtig, dass dieser Ort in Krefeld entsteht. Die Stadt hat eine lange kulturelle Tradition, sie lebt von Menschen, die Dinge einfach machen. Die cuisine m. ist kein lautes Projekt. Von außen sieht man nur ein kleines Logo. Aber innen entsteht ein Raum für Begegnungen, für Gespräche und für gutes Essen.

Die Gäste kommen meistens in kleinen Gruppen, planen ihr Menü gemeinsam mit mir und verbringen einen Abend, der eher an ein privates Dinner erinnert als an einen Restaurantbesuch. Was auf den Tisch kommt, hat immer eine Geschichte und eine nachvollziehbare Herkunft. Bei den Produkten mache ich keine Kompromisse.

Am Ende geht es mir nicht nur um gutes Essen. Es geht um Gastfreundschaft. Wenn Menschen den Raum verlassen und das Gefühl haben, sie hätten einen besonderen Abend miteinander erlebt, dann hat die cuisine m. ihren Zweck erfüllt.

Fotos: © Simon Erath 

Kultur in Krefeld e.V. Gefördert durch das Kulturbüro Krefeld