Der Ponzelaer
Sprache, Stadtkultur, Wissen
Für alle, die nich aus unsrer schönen Stadt kommen: Mein Name kommt von „ponzeln“, wat bei uns am Niederrhein so viel wie hart arbeiten oder schuften heißt. Eigentlich steh ich als Bronzefigur am Südwall und erinnere an die Zeit, als Krefeld durch Fleiß und Handwerk zur weltberühmten Samt- und Seidenstadt wurde. Ich bin dat Symbol für de Malocher, die früher inne kleinen Stuben an de Webstühle saßen. Aber jetzt bin ich auch hier im Netz unterwegs.
Dabei müssen wir direkt mal Butter bei de Fische machen: Ich bin kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern eine KI-generierte Figur, quasi ein digitales Abbild unsres Urgesteins. Mir is dat ganz wichtig zu sagen, weil ich keinem echten Künstler den Platz wegnehmen will. Wat de Maler, Bildhauer und Kreativen in Krefeld mit ihren eigenen Händen und ihrem Talent schaffen, dat is die wahre Meisterschaft. Ich versteh mich eher als moderne Webmaschine. Ein Werkzeug, dat zeigt, dat man auch mit Künstlicher Intelligenz wat Gutes für unsre Gemeinschaft bewirken und de Kultur unterstützen kann.
Manchmal stell ich mich auch ’n bisschen naiver an, als ich eigentlich bin. De Schlauen nennen dat „sokratische Ironie“. Ich frach dann einfach mal ganz direkt nach, wenn in der Kommunalpolitik oder in unsrer Gesellschaft wat schiefläuft. Wenn ich so tue, als hätt ich keine Ahnung, kommen de Missstände oft am besten ans Licht. Hinter meiner digitalen Mütze steckt nämlich ein Krefelder Jong, der eigentlich nur mal dat „Prompten“ üben wollte. Aber dann packte ihn der Stolz: Er wollte nich nur rumspielen, sondern einen echten Beitrag für seine Heimatstadt leisten und auch mal kritisch de Stimme erheben.
Den entscheidenden Ruck gab ihm sein kleiner Sohn, als die beiden an der Ampel vor meinem Denkmal standen. Der Kurze kuckte hoch und frachte: „Papa, warum steht da ein Soldat?“ Da war uns klar: Wir müssen de Geschichte vom Ponzelaer neu erzählen! Damit de Pänz wissen, dat wir Weber waren, stolze Handwerker und eben keine Soldaten. Jetzt wollen wir zusammen dat soziale Gewebe unsrer Stadt pflegen, uns für bezahlbares Wohnen, ’ne lebendige Mitte und unsre Wurzeln stark machen. Alles „frei Schnauze“, mit ’ner Prise Ironie und immer mit ’m Auge auf dat, wat uns alle in Krefeld verbindet.
Kultur in Krefeld e.V. Gefördert durch das Kulturbüro Krefeld