Schuhgröße 44, schnüffelt gern an frisch geöffneten Spülmaschinen.

Aufgewachsen in einem Dorf im regenreichen ereignislosen Schleswig-Holstein. Als Kind Micky-Maus-Berater beim ehapa-Verlag. Danach Schauspiel-Studium in Stuttgart. Sein erstes Festengagement führte ihn 2010- 2016 an den Niederrhein ans Theater Krefeld/ Mönchengladbach. In dieser Zeit entstand auch eine eigene Foto-Ausstellung mit Aufnahmen Krefelds unter dem Titel „This is not Ballonseide“ sowie sein Solo-Album „Souterrain auf Langeoog“. 2016 organisierte Gebert das Benefiz-Festival „WELCOME NOW“ mit lokalen Bands aus Krefeld; der Erlös kam dem Willkommenscafe Café Sarah zugute. Danach führten ihn Theaterengagements nach Magdeburg und Bielefeld (2016-2022). Ab der Spielzeit 2022 ist Gebert wieder festes Ensemble-Mitglied am Theater Krefeld/ Mönchengladbach.

Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit widmet Gebert sich immer wieder eigenen musikalischen Projekten. So besingt er als seine Kunstfigur „Siggi Stardurst“ die Provinz und das Zerschellen von Träumen an der Wirklichkeit. Seine Lieder und auch die Texte, die Gebert u.a. fürs Theater schreibt, sind geprägt von skurrilen Assoziationen und dem Spiel von Sprache und widmen sich immer wieder dem Motiv des Scheiterns. Alles im Spannungsverhältnis von Individuum und Kapitalismus; wobei Gedanken und Gefühle als Produkt erscheinen und der Wunsch nach originärer Identität auf der glatten Oberfläche des Marktes abrutscht.

2025 gewann Gebert den Kurzgeschichten-Wettbewerb des Niederrheinischen Literaturhauses mit seiner Short-Story „Das Schlagloch“, einer skurrilen Gegenwarts-Dystopie.

Mein Wunsch wäre es mit anderen Künstler*innen Krefeld zu einem für alle zugänglichen Ort zu machen. Netze zu weben, Kreise zu bilden, die Eindeutigkeit des Widerspruchs zu feiern. Denkmäler bröckeln, Gesichter fallen ein – doch die Stadt ist mehr als unser blanker Schatten allein.

Fotos: Matthias Stutte, Fabian Jansen

Kultur in Krefeld e.V. Gefördert durch das Kulturbüro Krefeld